Rubens in Restaurierung
Das Epitaph-Triptychon von Jan Moretus und Martina Plantin, gemalt von Peter Paul Rubens in den Jahren 1611-1612, wird in den kommenden Jahren einer gründlichen Restaurierung unterzogen. Das außergewöhnliche Triptychon, das sich in der Liebfrauenkathedrale in Antwerpen befindet und in die Liste der flämischen Meisterwerke aufgenommen wurde, gilt als eines der bedeutendsten Werke Rubens' in situ.
Rubens malte das Triptychon für das Epitaph von Jan Moretus im Auftrag seiner Ehefrau Martina Plantin. Das Epitaph wurde im Chorumgang der Kathedrale aufgestellt. Auf den Seitenflügeln des Triptychons sind Johannes der Täufer und die Heilige Martina dargestellt, die Schutzheiligen des Ehepaars Moretus-Plantin. Auf der Außenseite der Seitentüren stehen Engel, die im Begriff sind, die Türflügel hinter sich zu öffnen. Dies spielt auf die Auferstehung auf dem Mittelteil an, wo der auferstandene Christus triumphierend aus seinem Felsengrab tritt und die bewachenden Soldaten verblüfft zurückweichen lässt.
MEISTERWERK
Seit 2005 ist das Triptychon aufgrund seines seltenen und unverzichtbaren Charakters für die flämische Gemeinschaft in die Liste der Meisterwerke der flämischen Regierung aufgenommen worden. Der Meisterwerksrat wird die Restauratoren bei ihrer Arbeit beraten. Die Restaurierung des Rubens-Triptychons wird voraussichtlich mindestens zwei Jahre dauern.
RESTAURIERUNG
Das Königliche Institut für das Kunsterbe (KIK-IRPA) beobachtet die Gemälde bereits seit geraumer Zeit und hat bei den letzten Kontrollen festgestellt, dass aufgrund der schlechten Haftung der Farbschicht und der Risse in den Tafeln ein größerer Eingriff erforderlich ist. Durch eine Kombination aus visueller Untersuchung, wissenschaftlicher Bildgebung und historischer Quellenforschung wird der Schaden am Gemälde weiter kartiert, um die Behandlung so gut wie möglich auf die Bedürfnisse des Kunstwerks abzustimmen. Gleichzeitig wird die Technik von Rubens untersucht. Ein Team internationaler Experten aus verschiedenen Disziplinen wird jede Phase der Restaurierung begleiten, damit die gewonnenen Erkenntnisse an Forscher weltweit weitergegeben werden können. In der Kathedrale wird ein Fotoabdruck des geschlossenen Triptychons den leeren Raum füllen, und über den QR-Code auf dem Trittstein können die Besucher weiterhin alle Tafeln der Auferstehung bewundern.